1. Juni 2022

Interview: Elke Harreiß, Executive Director FENSTERBAU FRONTALE, NürnbergMesse GmbH

Lesezeit: 5 Minuten

EDITIONGLAS #Messe & More: Die Fensterbau Frontale musste aufgrund der Corona-Pandemie leider verschoben werden. Seit kurzem hat uns ein weiters schreckliches Ereignis eingeholt, der Krieg in der Ukraine.

Sehen Sie den neuen Messetermin der Fensterbau Frontale erneut in Gefahr, droht gar eine weitere Verschiebung oder gar Absage oder sind Sie weiterhin optimistisch, was die Durchführung angeht?

Elke Harreiß: Wir verurteilen den eklatanten Völkerrechtsbruch der Russischen Föderation und den Angriffskrieg gegen die Ukraine und mit großer Sorge verfolgen wir die derzeitige Entwicklung in der Ukraine. Unsere Gedanken sind vor allem bei den Menschen in der betroffenen Krisenregion, insbesondere in der ukrainischen Stadt Charkiw, die über eine Städtepartnerschaft mit Nürnberg verbunden ist. Messen stehen seit Jahrhunderten für den friedlichen Austausch von Waren, Dienstleistungen und Ideen. Die FENSTERBAU FRONTALE findet 2022 als einmalige „Summer Edition“ vom 12. bis 15. Juli 2022 im Messezentrum Nürnberg und wie immer parallel zur HOLZ-HANDWERK statt. Wie die angemeldeten Aussteller befinden wir uns mitten in den Vorbereitungen für den Branchentreffpunkt und natürlich für das umfassende Fachprogramm.

EDITIONGLAS #Messe & More: Folgt man den Messe-News der NürnbergMesse, ist die kommende Fensterbau Frontale bereits  hervorragend gebucht.  Würden Sie uns verraten, welche Highlights die Glaser aus unserem Handwerk erwarten werden.

E.H.: Die verschiedenen Produktbereiche in den Hallen der FENSTERBAU FRONTALE decken den gesamten Bedarf des Glasers für seine Arbeit ab. Ein Besuch des neuen Forums „Digitalisierung praktisch gestalten im Handwerk“ lohnt sich für alle Besucher, die sich für die Digitalisierung ihrer Betriebsabläufe interessieren. Hierzu haben wir eine spannende Beitragsserie in unserem Newsroom unter frontale.de/news bereits im Vorfeld der Messe ins Leben gerufen, um Besuchern einen Vorgeschmack zu geben, was sie auf der FENSTERBAU FRONTALE 2022 erwartet. Eine wichtige Anlaufstelle wird sicherlich wieder der Stand des Landesinnungsverbands des Bayerischen Glaserhandwerks in der Halle 6, Standnummer 6-103 sein. Im FENSTERBAU FRONTALE FORUM in Halle 4A ist unter anderem der Vortragsblock „Aus dem Handwerk für das Handwerk“ des Fachverbands Glas Fenster Fassade für Glaser spannend, ebenso wie die geführten Touren der GLASWELT. Auch die Expert Talks mit Themen wie „Montagezarge, warum erst jetzt?“ oder „Kunststofffenster der Zukunft“ sind neu im Programm. Übrigens finden  auch die Verleihungen der Auszeichnungen „Fensterbauer des Jahres“ sowie  MeisterAward im Rahmen der Messe statt. Alle Details zu den Vorträgen sind ab Ende Mai auf unserer Website einzusehen. Sollten Sie, liebe Leser*innen, vor Ort Programmpunkte verpassen, werden etliche Inhalte aufgezeichnet und stehen Ihnen im Nachgang on demand zur Verfügung.

EDITIONGLAS #Messe & More: Einige namhafte Hersteller haben bereits von einer Teilnahme an der Fensterbau Frontale abgesehen. Welche Auswirkungen wird dies auf die kommende Messe Fensterbau Frontale haben?

E.H.: Tatsächlich sind etliche bekannte Marken, die üblicherweise das Hallenbild der Weltleitmesse prägen, in diesem besonderen Messejahr nicht vertreten. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund, dass uns gegenüber stets die Wichtigkeit des persönlichen Wiedersehens betont wurde, sehr schade. Wir freuen uns über jeden einzelnen Aussteller, der gemeinsam mit uns in dieser fordernden Zeit am Branchentreffpunkt FENSTERBAU FRONTALE festhält und der NürnbergMesse das Vertrauen entgegenbringt, dass eine Messe auch unter besonderen Umständen erfolgreich stattfinden kann. Aussteller, die sonst weniger im Fokus stehen, können von einer erhöhten Aufmerksamkeit profitieren. Somit wird die FENSTERBAU FRONTALE 2022 wiedereinen Querschnitt der Fenster-, Türen-
und Fassadenbranche abbilden, wenn auch im kompakteren Umfang als gewöhnlich. Der Pandemieverlauf hat uns eines gezeigt: „Gewöhnlich“ ist in diesen Zeiten nichts, und uns allen wird sehr viel Geduld und Flexibilität abverlangt. Gewohnt umfangreich wird jedoch wieder das Fachprogramm mit über 80 Vorträgen begleitend zur Messe sein, neben den bereits erwähnten Programmpunkten wird es wieder Taste of Windays, das Forum Architektur – Fenster – Fassade, die Architects' Area, den neuen MetallbauTREFF sowie ein JobBoard geben. Die beliebte Sonderschau des ift Rosenheim und der NürnbergMesse in Halle 1 greift unter dem Motto „Green Deal“ wieder ein Trendthema auf. Besucher werden so die Möglichkeit haben, sich neben Produktinnovationen über aktuelle Branchenthemen, die für die tägliche Arbeit wichtig sind, zu informieren. Plus: Mit dem Ticket ist zudem der kostenfreie Besuch der parallel stattfindenden HOLZ-HANDWERK möglich.

EDITIONGLAS #Messe & More: Als die Verschiebung der Messe im Raum stand, fiel am Ende der Verschiebungstermin auf den Juli, ein recht ungewöhnlicher Termin für einen Messe vom Zuschnitt einer Fensterbau Frontale.  Wie kam es zu dem Juli und wird die nächste Fensterbau Frontale wieder zu diesem Zeitpunkt stattfinden?

E.H.: Eine erfolgreiche Durchführung zum geplanten Termin im März wurde aufgrund der Pandemieentwicklung und der Zweifel vieler Aussteller immer unwahrscheinlicher. Der Termin der FENSTERBAU FRONTALE und HOLZ-HANDWERK im Frühjahr der geraden Jahre ist in den Branchen seit Jahrzehnten etabliert. Alle großen Player haben die kommenden Ausgaben doppelt unterstrichen im Unternehmenskalender stehen und stimmen ihre Produktionszyklen sowie Marketing- und Vertriebsphasen darauf ab. Veranstaltungen vom Format des Messeverbunds zu verschieben ist deshalb selbstverständlich herausfordernd für alle Beteiligten. Einen Ersatztermin zu finden, zu dem sich die Pandemielage voraussichtlich entspannt haben dürfte und zu dem das Nürnberger Messezentrum für einen Zeitraum von rund vier Wochen für die Laufzeit und den logistisch höchst anspruchsvollen Auf- und Abbau zur Verfügung steht, war nahezu ein Ding der Unmöglichkeit – aber unseren Kollegen aus der Veranstaltungsdisposition ist es letztlich gelungen. Um wieder persönlich Geschäftsbeziehungen zu pflegen, wieder Produkte live zu erleben, wieder als Branche zusammenkommen und das alles in einem Rahmen, in dem Networking und Business mit gutem Gefühl stattfinden können – für all das war die Neuterminierung der FENSTERBAU FRONTALE die sicherere Variante und ein Wunsch der Branche. Mit dem Termin im Juli haben wir die Erwartung verbunden, dass bis in den Sommer die Situation immer stabiler und die Teilnahme für unsere Zielgruppen möglich werden wird. Gottseidank erleben wir momentan tatsächlich eine Entspannung der pandemischen Lage, mit der auch Erleichterungen für Veranstaltungsdurchführungen einhergehen. Wir freuen uns daher nun auf unsere einmalige Sommerausgabe der FENSTERBAU FRONTALE bei warmen Temperaturen, einer Messeparty im Freien und einem kühlen Feierabendbier im fränkischen Biergarten!

EDITIONGLAS #Messe & More: Sie bezeichnen die Fensterbau Frontale als internationale Fachmesse für Fenster, Türen und Fassade. Würden Sie uns verraten, wie hoch der Anteil an ausländischen Ausstellern ist und in welchen Ausstellungssegmenten sie am stärksten vertreten sind?

E.H.: Der Anteil von etwas über 60 Prozent angemeldeten Unternehmen aus dem Ausland verteilt sich gleichmäßig über alle Ausstellungssegmente.

EDITIONGLAS #Messe & More: Mit welchen Innovationen und wegweisenden Technologien können wir am 12. Juli 2022 rechnen, wenn die Fensterbau Frontale ihre Pforten öffnet?

E.H.: Für die Vorbereitung des Messebesuchs empfehle ich die Nutzung unserer Produktdatenbank, in der explizit nach Neuheiten und Produktgruppen gefiltert werden kann und jeder Besucher sich mit seinen persönlichen Interessensschwerpunkten eine individuelle Merkliste erstellen kann. Der Zugriff darauf ist übrigens auch über die FENSTERBAU FRONTALE App möglich, die während der Messelaufzeit die Orientierung in den Hallen erleichtert. Vor Ort wird im Fokus stehen, Innovationen und Technologien endlich wieder live erleben, anfassen und ausprobieren zu können. Dazu gehört auch, sich durch die Messehallen treiben zu lassen, um so spannende Unternehmen und Neuheiten zu entdecken.

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